Kaum jemand denkt beim Abschluss einer Krankenversicherung an die Wochen, in denen er krankheitsbedingt kein Gehalt bekommt. Die Praxis zeigt jedoch: Das gesetzliche Krankengeld gleicht das tatsaechliche Nettoeinkommen haeufig nicht vollstaendig aus. Fuer viele Arbeitnehmer entsteht so eine Versorgungsluecke, die laufende Kosten, Miete und Kreditraten weiter belasten. Genau das ist der Punkt, an dem die Krankentagegeldversicherung greift.
Wer braucht eine Krankentagegeldversicherung?
Laut Finanztip und Hansemerkur ist eine Krankentagegeldversicherung sinnvoll fuer jeden gesetzlich versicherten Arbeitnehmer, der die finanzielle Luecke bei Verdienstausfall nicht aus eigenen Ruecklagen ausgleichen kann oder moechte. Sie ist ausserdem dann empfehlenswert, wenn das Krankengeld der gesetzlichen Krankenkasse nicht ausreicht, um laufende Kosten zu decken.
Die entscheidende Frage lautet also: Wie lange koennte ich im Krankheitsfall ohne mein gewohntes Nettoeinkommen auskommen? Wer keine ausreichenden Ruecklagen besitzt oder dessen monatliche Fixkosten nur wenig Spielraum lassen, hat ein objektives Absicherungsbeduerfnis.
Gesetzlich Versicherte erhalten ab der siebten Krankheitswoche Krankengeld von ihrer Kasse. Arbeitnehmer sind durch die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers in den ersten sechs Wochen zunaechst abgesichert. Wer jenseits dieser Phase kein ausreichendes Polster hat, traegt ein Risiko, das die Krankentagegeldversicherung abfedern kann. Passend dazu beschreibt der Ratgeber zur systematischen Erkennung von Versicherungsluecken, wie man die eigene Situation richtig einordnet.
Gesetzliches Krankengeld vs. privates Krankentagegeld
Beide Leistungsarten klingen aehnlich, funktionieren aber grundlegend anders. Das gesetzliche Krankengeld wird direkt von der Krankenkasse ausgezahlt, sobald die Lohnfortzahlung endet. Es betraegt einen gesetzlich definierten Anteil des Bruttoeinkommens und ist nach oben gedeckelt. Wer gut verdient oder hohe Fixkosten hat, bemerkt die Differenz zum gewohnten Nettoeinkommen schnell.
Die private Krankentagegeldversicherung greift als Ergaenzung zum gesetzlichen System. Laut VKB und UKV springt sie ein, wenn das gesetzliche Krankengeld zu niedrig ist. Fuer privat Versicherte ist die Krankentagegeldversicherung hingegen nicht automatisch enthalten, sondern muss separat als eigenstaendiger Vertrag abgeschlossen werden.
Praktisch bedeutet das: Wer gesetzlich versichert ist und eine Krankentagegeldversicherung abschliesst, kombiniert beide Systeme. Das staatliche Krankengeld kommt von der Kasse, das private Krankentagegeld stockt den Betrag auf das vereinbarte Tagessatzniveau auf. Wer privat versichert ist, braucht dagegen einen eigenstaendigen Krankentagegeldtarif, um ueberhaupt Schutz bei Verdienstausfall zu haben.
Welche Faktoren bestimmen die Hoehe des Krankentagegelds?
Die Kosten einer Krankentagegeldversicherung richten sich laut VKB und UKV nach mehreren Kriterien. Der Anbieter allein ist dabei nicht der massgebliche Faktor. Einfluss haben unter anderem:
- Die vereinbarte Hoehe des Tagesgeldes (den Betrag legen Versicherte selbst fest)
- Der Beginn der Leistung (Karenztage: ab welchem Krankheitstag zahlt die Versicherung)
- Das Eintrittsalter des Versicherten zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses
- Der Gesundheitszustand, der bei Antragstellung geprueft wird
Der letzte Punkt ist besonders relevant: Je frueher man eine Krankentagegeldversicherung abschliesst, desto guenstiger faellt in der Regel der Beitrag aus. Wer bereits Vorerkrankungen hat, muss mit Risikozuschlaegen oder Leistungsausschluessen rechnen. Den richtigen Leistungsbeginn zu waehlen, ist ebenfalls ein Hebel: Wer laengere Karenztage akzeptiert, zahlt weniger Praemie.
Selbststaendige: Besondere Risikokonstellation
Fuer Selbststaendige und Freiberufler ist die Einkommenssituation im Krankheitsfall besonders angespannt. Laut fuer-gruender.de verlieren sie bei Krankheit oft sofort Einkommen, waehrend Betriebskosten, Bueromiete und Krankenversicherungsbeitraege unvermindert weiterlaufen. Eine private Krankentagegeldversicherung kann diese finanzielle Luecke je nach Tarif teilweise oder vollstaendig schliessen.
Mehr dazu auch im Beitrag ueber die sieben Versicherungen, die Selbststaendige wirklich brauchen. Die Krankentagegeldversicherung gehoert dort zu den vorrangig genannten Absicherungen.
Ab wann zahlt die private Krankentagegeldversicherung?
Selbststaendige muessen die ersten sechs Wochen krankheitsbedingter Einnahmeausfaelle aus eigenen Ruecklagen finanzieren. Erst dann kann, je nach gewahltem Tarif, eine private Krankentagegeldversicherung einspringen. Das bedeutet: Der Leistungsbeginn haengt direkt von den vereinbarten Karenztagen ab.
Laut fuer-gruender.de sollten Selbststaendige beim Tarifvergleich genau auf diesen Punkt achten. Ein Tarif, der ab dem ersten Krankheitstag leistet, kostet deutlich mehr als einer, der erst nach sechs Wochen zahlt. Wer keine ausreichenden Ruecklagen hat, sollte einen frueheren Leistungsbeginn in Betracht ziehen.
Freiwillig gesetzlich Versicherte im Blick
Eine oft uebersehene Gruppe sind freiwillig gesetzlich Versicherte, zum Beispiel Selbststaendige, die sich fuer den Verbleib in der GKV entschieden haben. Sie erhalten laut fuer-gruender.de nicht automatisch Krankengeld und sollten deshalb prufen, ob ein entsprechender Anspruch in ihrem Tarif ueberhaupt enthalten ist. Fehlt dieser Schutz, entsteht bei laengerer Erkrankung schnell eine erhebliche Einkommensluecke.
Wer als freiwillig GKV-Versicherter keinen Krankengeldanspruch hat, fuer den ist eine private Krankentagegeldversicherung keine optionale Ergaenzung, sondern eine grundlegende Absicherung. Das gilt besonders dann, wenn keine ausreichenden Ersparnisse als Puffer vorhanden sind.
Einen guten Ueberblick ueber das Gesamtsystem der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung bietet der Artikel zum grossen GKV-PKV-Vergleich 2026. Wer wissen moechte, welche Versicherungen insgesamt unverzichtbar sind, findet Orientierung im Ratgeber zu den wichtigsten Versicherungen je nach Lebensabschnitt.
Haeufige Fragen zur Krankentagegeldversicherung
Wer braucht eine Krankentagegeldversicherung?
Laut Finanztip und Hansemerkur ist sie sinnvoll fuer jeden gesetzlich versicherten Arbeitnehmer, der die finanzielle Luecke bei Verdienstausfall nicht aus eigenen Ruecklagen ausgleichen kann oder moechte. Ausserdem empfehlenswert, wenn das GKV-Krankengeld nicht ausreicht, um laufende Kosten zu decken.
Was ist der Unterschied zwischen gesetzlichem Krankengeld und privatem Krankentagegeld?
Das gesetzliche Krankengeld wird von der Krankenkasse gezahlt und reicht haeufig nicht fuer alle laufenden Kosten. Das private Krankentagegeld ergaenzt als Zusatzversicherung. Bei privat Versicherten ist es nicht automatisch enthalten.
Brauchen Selbststaendige eine Krankentagegeldversicherung?
Ja. Selbststaendige verlieren bei Krankheit oft sofort Einkommen, waehrend Kosten weiterlaufen. Eine private Krankentagegeldversicherung kann die Luecke je nach Tarif schliessen.
Ab wann zahlt die Versicherung bei Krankheit?
Der Leistungsbeginn haengt vom gewahlten Tarif ab. Selbststaendige muessen die ersten sechs Wochen typischerweise selbst tragen. Danach kann die private Versicherung einspringen.
Haben freiwillig gesetzlich Versicherte Anspruch auf Krankengeld?
Nicht automatisch. Freiwillig GKV-Versicherte sollten prufen, ob ein Krankengeldanspruch besteht. Fehlt er, ist eine private Krankentagegeldversicherung sinnvoll.